Das Jubiläumsjahr
Das Hauptereignis des Jahres 1977 war für Serm zweifellos das Jubiläum unserer Pfarrkirche und der Bruderschaft.
Patronatsfest am 23. Januar 1977
Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Bruderschaft fand nach dem Festgottesdienst ein Festakt im Saal der Gaststätte Schenke statt. Neben Abordnungen vieler befreundeter Vereine überbrachten insbesondere Oberbürgermeister Josef Krings und der Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Maximilian Graf Spee, ihre Glückwünsche.
Josef Krings brachte in launigen Worten zum Ausdruck, welch hohe Bedeutung ein gesundes Vereinsleben für die politische Gemeinde Duisburg besitzt. Für Serm war es besonders erfreulich, dass nach langer Zeit wieder einmal ein Oberbürgermeister den Weg in unser Dorf gefunden hatte.
Graf Spee wies besonders darauf hin, dass es Aufgabe einer christlichen Bruderschaft sei, christliche Welt- und Lebensideale in praktisches Tun umzusetzen.
Im festlichen Rahmen fand die Ehrung verdienter Schützenbrüder statt. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Hubert Schmitz und Waldemar Kamps geehrt. Seit 40 Jahren gehörten Hans Benger, Peter Dornscheidt, Clemens Osterfeld und Heinrich Weitz der Bruderschaft an.
Mit dem Silbernen Verdienstkreuz wurden Christian Issel und Wilhelm Schumacher ausgezeichnet. Den Hohen Bruderschaftsorden erhielten Heinrich Busch und Jakob Wirz.
Einem Mann, der in den 50 Jahren der Bruderschaft eine entscheidende Rolle gespielt hatte – Christian Issel sen. – sollte an diesem Morgen das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz verliehen werden. Es war ihm jedoch nicht vergönnt, an dieser festlichen Stunde „seiner“ Bruderschaft teilzunehmen. Eine heimtückische Krankheit, die ihn kurze Zeit später aus unserer Mitte rief, fesselte ihn an das Krankenbett. An seiner Stelle nahm sein Bruder Heinrich Issel die höchste Auszeichnung sowie die guten Wünsche der Bruderschaft entgegen.
Der Kirchenchor steuerte teils feierliche, teils fröhliche Lieder zum offiziellen Geburtstagsfest der Bruderschaft bei. Am Nachmittag trafen sich die Frauen zum gemütlichen Kaffeetrinken, und am Abend beschloss eine Tanzveranstaltung einen festlichen Tag im Leben der Bruderschaft.
Wir trauern
Die Bruderschaft trauert um Christian Issel. Er war Mitgründer der Bruderschaft und 1927 ihr erster Schützenkönig. Von 1947 bis 1970 leitete er in guten wie in schlechten Tagen mit großem persönlichem Einsatz in Wort und Tat ihr Geschick. Auch über die Bruderschaft hinaus erwarb er sich hohe Verdienste um das Sermer Vereinsleben, indem er unter anderem den großen Saal bauen ließ.
Das Andenken an ihn möge uns Ansporn sein, das Erbe einer der größten Duisburger Bruderschaften in Treue weiterzuführen.
Außer Christian Issel wurden Theo Kluth und Alwin Bender von der Hubertuskompanie durch den Tod für immer aus unserer Mitte genommen.
Familiennachrichten
Das Fest der Silberhochzeit konnten die Schützenbrüder Helmut Okon, Adolf Sauer (Edelweißkompanie), Willi Sackenheim (Jägerkompanie) und Josef Gebel (Tellkompanie) feiern.
Es heirateten die Schützenbrüder Heinz Hansen, Manfred Verlage, Volker Walk, Hans Josef Angerhausen, Heinz Gödden, Hans Lemke, Bernd Schulz und Hermann Altgassen.
Im Karneval waren die Schützenbrüder Heinz Baltes als Prinz und Heribert Weitz als Hofmarschall besonders aktiv.
Jubiläumsschützenfest vom 14. bis 16. Mai 1977
In wahrhaft würdigem Rahmen fand das fünfzigste Sermer Schützenjahr seinen Höhepunkt im Schützenfest. Wenn sich auch der zeitliche Ablauf nicht änderte, so stellte die Teilnehmerzahl doch alles bisher Dagewesene in den Schatten.
Nach offiziellen Angaben nahmen mehr als 1.000 Aktive am sonntäglichen Festzug teil. Abordnungen aus elf befreundeten Schützenvereinen, zum größten Teil mit ihren Königen und Musikzügen, gaben dem Zug ein Ausmaß, das unser Dorf bis dahin noch nicht gesehen hatte.
Am Montagmorgen fand auf dem Schießplatz am Festzelt das Königs- und Prinzenvogelschießen statt. Schießmeister Carlo Cremers hatte wohl gute Munition besorgt, denn schon nach einiger Zeit sahen beide Vögel arg zerfleddert aus.
Nach dem gemeinsamen Erbsensuppenessen ging der Kampf weiter. Bei den Jungschützen tat schließlich Hermann Blomenkamp den glücklichen Schuss. Heinz Gödden, der sich im Endkampf mit fast der kompletten Hubertuskompanie herumschlug, wurde Schützenkönig des Jahres 1977.
Mit seiner Frau Beate als Königin führt er die Bruderschaft in die zweite Hälfte ihres ersten Jahrhunderts.
Zu seinem Hofstaat gehören Carlo Cremers mit seiner Frau Liesel sowie Manfred Henftling mit seiner Frau Christel.
Pfarrjubiläum
Neben der Schützenbruderschaft feierte auch unsere Herz-Jesu-Pfarrkirche ihr 50-jähriges Jubiläum.
Vom 15. bis 19. Juni fand aus diesem Anlass ein großes Pfarrfest statt. Am 17. Juni feierte unser Bischof Dr. Franz Hengsbach mit uns ein feierliches Hochamt und nahm anschließend am Frühschoppen auf dem Kirchplatz teil.
Das Pfarrfest erfreute sich großer Beliebtheit und sollte sich zu einer festen Veranstaltung im Frühsommer entwickeln.
Zum Jahresende schied Pastor Paul Röhre aus gesundheitlichen Gründen als Pfarrer aus.
Zu seinem Nachfolger wurde Dr. Paul Kurcz ernannt. Er war gebürtiger Ungar, betreute mehrere Jahre deutschsprachige Gemeinden in den USA und war zuletzt Rektor der katholischen Bildungsstätte „Wolfsburg“ in Mülheim.
Am 19. Februar 1978 wird er als neuer Pastor in unsere Gemeinde kommen.
















