Mit Freuden und Befriedigung kann der Chronist am diesjährigen Titularfest (16.1.1948) vermerken, daß der Bruderschaftsgedanke im Verein eine günstige Entwicklung genommen hat. Das Patronatsfest 1948 wurde in völliger Harmonie gefeiert. Weil die Bruderschaft die Tradition pflegt, sollen außer Patronats- und Schützenfest keine weiteren Feste eingeführt werden. Das diesjährige Schützenfest wird am 4. Sonntag nach Ostern gefeiert. Weil der einzige Saal der Ortschaft am 1. u. 2. Festtag überfüllt ist, findet für die Mitglieder der Bruderschaft am 3. Festtag eine geschlossene Saalfeier statt. Vereinsseitig wurden dem Königstisch 15 Flaschen Wein gestellt. Als Kirmesplatz wurde die Wiese bei Radmacher gewählt. Der Verein konnte eine eigene Armbrust erwerben, die beim 1. Königsvogelschießen nach dem Kriege sich sehr bewährte. Sie konnte auch Nachbargemeinden zur Verfügung gestellt werden.
Die Königswürde errang Schützenbruder Peter Hassel. Er erkor seine Gattin (Christine) als Königin. Schützenbrüder Peter Rösel u. Peter Heesen nebst Frauen (beide mit Namen Anna) gehörten dem Hofstaat an.
Am Armbrusttag in Köln am 22.4.48 nahmen Clemens Jägers u. Johann Löv teil.
Ein Ereignis, das in das gesamte Leben des Volkes eingriff, war die Währungsreform am 20.6.48. Infolge der Währungsumstellung wurde der Kassenbestand von 2038,25 RM auf 101,91 DM umgestellt. Entsprechend dem neuen Geldwert wurden die Beiträge wie folgt festgesetzt: Aktive Mitglieder 0,50 DM, Jungschützen 0,30 DM monatl. u. passive Mitglieder 3,- DM jährlich.
Vornehmste u. erste Ehrenpflicht der Bruderschaft ist die Beteiligung an der Fronleichnamsprozession, bei der die Offiziere dem hochwürdigsten Sakrament das Ehrengeleit geben.
Zum Dombaufest in Köln hat die Bruderschaft keine Vertretung entsandt. Die Jubiläumsfeier nahm einen glänzenden Verlauf. Als Beitrag zum Dombaufest wurden 32,- DM abgeführt.
Die feierliche Einholung des Hochwürdigsten Herrn Kardinals Dr. Josef Frings, der am 2. Nov. 1948 zur Firmung in unsere Pfarrei kam, übernahm der Reiterzug unserer Bruderschaft. Der Reiterzug (11 Pferde) hatte am Kesselsberg Aufstellung genommen. In langsamen Trab wurde das Auto, in dem sich der Herr Kardinal in Begleitung des Herrn Dechanten befand, zur Sermer Pfarrkirche geleitet. Herr Pfarrer Schuh begrüßte den Herrn Kardinal am Kirchportal. Die kirchliche Feier verlief recht eindrucksvoll.
Zur großen Freude der Bruderschaft waren aus der Gefangenschaft fünf Schützenbrüder in unsere Dorf- und Pfarrgemeinschaft zurückgekehrt: 1. Wilh. Feldbusch, 2. Adolf Rösel, 3. Anton Rösel, 4. Jakob Wirz u. 5. Engelbert Altgassen. Leider sind noch drei Mitglieder vermißt: Peter Cremers, Peter Mertens u. Johann Weitz.
Zum Weihnachtsfest erklang erstmalig wieder eine Glocke. Sie wurde von der Pfarrgemeinde zum Preise von 1650,- DM erworben. Die alte Wittlaerer Glocke war ein Opfer des Krieges geworden. Bis auf kleinere Restarbeiten war der Wiederaufbau der Kirche wieder fertiggestellt. Auch die Orgel war wiederhergestellt.
Es wurden im verflossenen Jahr 7 Vorstandssitzungen u. 3 Mitgliederversammlungen abgehalten.
Die Bruderschaft hat am Schluß des Vereinsjahres 117 aktive, 29 passive Mitglieder u. 13 Jungschützen.