Das Vereinsjahr der Bruderschaft begann traditionsgemäß mit dem Fest des Hl. Sebastian am 20. Januar, das auch in diesem Jahr im Zelt gefeiert wurde. Abweichend vom gewohnten Verlauf hielt am Vormittag nach dem gemeinsamen Frühstück, Herr Dr. Czapienski von der katholischen Bildungsstätte „Wolfsburg“ einen Vortrag zum Thema:“Wachstum zum Tode?“. Mit Hilfe von Beispielen und wissenschaftlich belegten Zahlen malte er ein sehr ernstes Zukunftsbild bezüglich der Bevölkerungsdichte der Erde und der materiellen Lebensgrundlagen. Ein sehr interessanter und lehrreicher Vortrag, der leider unter der unvermeidlichen Unruhe im Zelt litt.
Der Nachmittag gehörte den Schützenschwestern, heitere Vorträge und Volkstänze der Jägerfrauen sowie Kaffee und Kuchen sorgten dafür, dass sie sich köstlich amüsierten. Bei prächtiger Stimmung blieb das Zelt beim abendlichen Schützenball lange gut besetzt.
Eine Woche später, am 26. 1. 1980 kürte die KG Südstern zwei Schützenbrüder zum diesjährigen Prinzen und Hofmarschall. Willi Blomenkamp vom Generalstab als Prinz Fitti I und Hermann Weitz von der Edelweißkompanie waren strahlender Mittelpunkt des diesjährigen Sermer Karnevals.
Das Datum des Schützenfestes war in diesem Jahr der 10. bis 12. Mai. Von auswärtigen Besuchern wird vor allem die sehr hohe Zahl der aktiven Schützen bei den Festzügen bewundert. Die Erklärung ist eigentlich sehr einfach: Die Bruderschaft hat eine sehr hohe Mitgliederzahl, sie betrug am 31. 12. 1980 genau 260 Schützen und Jungschützen. Da es keine passiven Mitglieder gibt, verfügen auch die einzelnen Formationen über eine sehr beachtliche Stärke, wetteifern miteinander und geben so beim Schützenfest ein großes und festliches Bild. Die hohe Mitgliederzahl hat aber auch einen entsprechenden Nachteil: Das Wort „Schützenfamilie“ und „Schützenbruder“ drückt eine gewisse Vertrautheit und Freundschaft aus. Wie aber soll man mit einem Menschen „brüderlich vertraut“ sein, dessen Namen man nicht einmal kennt? Eine Aufgabe, die alle Schützenbrüder ernst bedenken sollten, wenn wir etwas anderes sein wollen, als irgendein Verein.
Das Schützenfest hatte also den gewohnten festlichen Rahmen. Bernd Schulz nahm Abschied als Schützenkönig und als am Montag Hans Otto Lemke neuer König wurde, da war er der achte König aus der Jägerkompanie, die in diesem Jahr ihr 25 jähriges Bestehen feierte. Zu seiner Königin berief die neue Majestät seine Frau Brigitte und in den Hofstaat Martin Schulz und Matthias Wilms mit ihren Ehefrauen.
Den glücklichen Jungschützen hatten seine Kameraden vorher auf den Schultern gehoben und als neuen Jungschützenprinzen ins Festzelt getragen.
Im Rahmen des Schützenfestes wurden die Schützenbrüder Willi Osterfeld, Heinrich Pechan, Hermann Weitz und Josef Weitz für 40 jährige Mitgliedschaft,
Geschäftsführer Josef Rubik für 25 jährige Mitgliedschaft geehrt.
Am 27. und 28. September feierten wir wieder ein Doppelfest. Am Samstag, dem 27. September fand die äußere Feier des Jubiläums der Jägerkompanie statt. Wie der Chronist durch Befragen älterer Schützenbrüder erfuhr, war die Gründung dieser ersten Kompanie vor 25 Jahren nicht ganz unumstritten, weil man befürchtete, dass solche Gliederungen zu „ Vereinen im Verein“ werden könnten! Heute, nach der Erfahrung von 25 Jahren, weiß man, dass es gerade die überschaubaren Rahmen der Kompanien sind, deren Aktivitäten die gesamte Bruderschaft beleben.
Die Jägerkompanie, die seit ihrer Gründung acht Könige, viele Vorstandsmitglieder, die Brudermeister Christian und Johannes Issel sowie unseren General Heinrich Weitz hervorbrachte, galt zu ihrem Fest Glückwunsch und Dank der gesamten Bruderschaft. Diese älteste Kompanie kann als Vorbild dienen, wie Schützenbrüder in guten wie in schlechten Tagen zusammenstehen.
Beim Herbstschießen, das am gleichen Tag stattfand, wurden zunächst die Kompaniebesten ermittelt. Dann, im Endkampf war es wieder ein Vertreter der Jägerkompanie, der die ruhigste Hand behielt, Peter Dornscheidt. Bei den Jungschützen siegte Johannes Blomenkamp und wurde Herbstsieger.
Am Sonntag fand nach dem Gottesdienst ein Werbetreff des Spielleute Ringes Rhein Ruhr statt, das von unserem Sermer Tambourcorps ausgerichtet wurde. Spielleute aus „Nah und Fern“ erfreuten uns mit gekonnten und abwechslungsreichen Vorträgen. Ein prächtiger Festzug am Nachmittag und ein gut besuchter Abschlussball rundeten dieses Wochenende zu einem gelungenen „Herbstfest“.
Durch einen tragischen Verkehrsunfall wurde unser junger Schützenbruder Manfred Verlage am 8 Februar aus unsere Mitte gerissen. Er war Berufssoldat und verunglückte auf einer Fahrt zu seinem Dienstort. Bei 16 Neuaufnahmen, einem Sterbefall und 4 Abmeldungen hat sich die Mitgliederzahl von 249 auf 260 erhöht.
Die Schützenbrüder Ferdi Norbisrath, Peter Gröters und Edmund Rotkopf feierten mit ihren Ehefrauen das Fest der Silberhochzeit.
Rolf Steinnökel von der Sebastianerkompanie und Elke Schäffer schlossen den Bund der Ehe.
Die Bruderschaft vertreten durch den Vorstand, gratulierte zu allen Festen.
Neben den beschriebenen örtlichen Ereignissen nahmen Abordnungen und Vertreter an den verschiedenen Veranstaltungen und Wettbewerben des „ Bundes der Historischen Schützenbruderschaften“ teil.
Wie in unserem Vereinsleben so wechselte auch sonst in der Welt der Ernst mit der Freude. Durch die drastische Erhöhung der Ölpreise, denen viele andere Dinge folgten, konnte der bisherige Lebensstandart nicht weiter gesteigert werden. Es bestehen auf den verschiedensten Gebieten Absatzprobleme, sodass viele Arbeitsplätze gefährdet sind. Auch die Firma Mannesmann, bei der viele unserer Schützenbrüder den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien verdienen, plant die Stilllegung von mehreren Betrieben. So schauen viele Familien sorgenvoll in die Zukunft.