Am 16. Januar fand die Jahreshauptversammlung traditionell wieder in der Gaststätte „Dorfschänke“ statt. Der erste Schriftführer Heribert Weitz und der zweite Vorsitzende Christian Onnertz wurden wieder gewählt.

Nach Jahren rückläufiger Besucherzahlen fand diesmal das Patronatsfest im Festzelt regen Zuspruch. Erfreulich viele Schützenbrüder mit ihren Frauen und Gästen ließen sich von der Tanzkapelle „Roulette“ unterhalten, ein schönes Zeugnis des Zusammengehörigkeitsgefühls der Schützenfamilie. Am Sonntag morgen wurde die Messe ebenfalls unter guter Beteiligung der Gemeinde im Festzelt abgehalten. Anschließend gemeinsames Frühstück und musikalischer Frühschoppen mit Kirchenchor, Bläsergruppe und Tambourcorps.

In diesem Jahr hatte es bei der Prinzensuche Peter Dornscheidt eigentlich recht leicht, die geeigneten Regenten für die tollen Tage zu finden, feierte doch die Prinzengarde ihr 40-jähriges Bestehen. Was lag da näher, als dass sich Oberst Bernd Schulz in Prinz Bernd I und Adjutant Uwe Kessel in den Hofmarschall verwandelte. Beide gehören der Sebastianer-Kompanie an. Übrigens ist Prinz Bernd I, der Sohn des vorherigen Hofmarschalls Martin Schulz, kommt also aus einer karnevalbegeisterten Familie.

Trotz günstigen Termins an einem Samstag ließ die Beteiligung der Schützenbrüder am Ewigen Gebet zu wünschen übrig. Auf Schloss Heltorf überreichte der Kölner Weihbischof Dr. Friedhelm Hoffmann den Gregorius – Orden an Doktor Maximilian Graf von Spee, von 1970 – 1990 Hochmeister des Bundes der historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Für seine überzeugende christliche Lebensführung, für seine geradlinige Haltung in der Öffentlichkeit und auch für seine Aktivitäten im Schützenverband, so meinte der Bischof, habe der Papst die Auszeichnung verliehen. Sie geht auf Papst Gregor XVI zurück, der den Orden 1831 zum Andenken an Papst Gregor den Großen verliehen hatte. Dieser hatte im Jahre 590 bei der Belagerung Roms durch die Hunnen erreicht, dass die Stadt nicht in Schutt und Asche fiel.

Das Schützenfest feierten wir vom 7.– 9. Mai. Der Umzug der Schützen am Samstagabend und der anschließende Große Zapfenstreich fand unter Mitwirkung unseres Tambourcorps und der Bundesschützenkapelle Neuss statt. Beim anschließenden Tanzabend im Festzelt trat als Showeinlage die Rolly-Brandt-Family auf. Für das sonntägliche Wecken benötigte das Tambourcorps diesmal einen Bus, um den in Huckingen wohnenden König Manfred Oster zu wecken. Nach dem Hochamt in der Pfarrkirche und während des Frühschoppens im Festzelt wurden folgende Jubilare geehrt: Für 25-jährige Mitgliedschaft Norbert Dornscheid, Peter Okon, Robert Pechan, Heinz Rösel, alle von der Sebastianer-Kompanie. Für 40-jährige Mitgliedschaft Helmut Niebuhr sen., Helmut Remers, Andreas Wenders, letztere von der Jägerkompanie, Hermann Schenke von den Grenadieren. Für 65-jährige Mitgliedschaft Johann Baltes und Wilhelm Issel. Das silberne Verdienstkreuz erhielt Theo Koths, Batallioner des Tambourcorps. General Willi Blomenkamp sprach folgende Beförderungen aus: Manfred Henftling vom Generalstab zum Oberleutnant, Heiner Angerhausen von der Reiterkompanie zum Oberleutnant, Theo Koths vom Tambourcorps zum Hauptmann, Peter Gröters von der Tellkompanie zum Hauptmann, Hermann Weitz von der Edelweiß Kompanie zum Major. Ab Mittag hatten die Frauen der Jägerkompanie die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen übernommen. Wegen des anhaltenden schlechten Wetters wurde das beliebte Platzkonzert mit der Bläsergruppe Serm und den eingeladenen Musikgruppen verlängert. Während einer kurzen Regenpause fand ein verkürzter Umzug mit Parade vor dem amtierenden Königspaar Manfred und Eva Oster mit Hofstaat sowie Kronprinz Andreas Göhn mit Adjutanten statt. Beim abendlichen Tanzball spielten die Melody-Lights. Mit den Schüssen der Ehrengäste, der Ratsherren Norbert Spitzer und Gottfried Polig, dem stellvertretenden Bezirksbrudermeister Anton Bünk und unserer scheidenden Majestät wurde am Montagmorgen nach dem Kirchgang das Vogelschießen eröffnet. Erst nach der Mittagspause waren alle Pfänder abgeschossen, sodaß nun die Königsanwärter unter sich waren und die Spannung ihrem Höhepunkt entgegen ging. Peter Okon aus der Sebastianerkompanie hatte die besten Nerven und brachte den Vogel mit dem entscheidenden Schuss zu Fall. Als Königin nahm er seine Ehefrau Angelika. In seinen Hofstaat berief er aus der eigenen Kompanie Detlef Wilms mit Ehefrau Silvia und Jürgen Flören mit Ehefrau Gerti. Kurz danach fiel auch der Prinzenvogel. Der erst Ende 1993 in den Verein eingetretene Kay Issel wurde Kronprinz. Zu seinen Adjutanten wählte er Markus Hilgers und Stefan Oswald. Der Wettergott hatte die Himmelsschleusen geschlossen, sodaß der Umzug mit Parade vor dem neuen Majestäten bei zwar kühlem, aber trockenem Wetter stattfinden konnte. Wegen Krankheit unseres Präses Pastor Patalong wurde am Abend die feierliche Proklamation des neuen Königs durch den Brudermeister Karl Cremers vorgenommen. Nach dem anschließenden Königstanz war dann die Tanzfläche für die Allgemeinheit freigegeben, wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wurde.

Auch die Fronleichnamsprozession litt unter dem schlechten Wetter und musste kurzfristig abgesagt werden. Stattdessen nahmen die Schützenbrüder am Gottesdienst in der Kirche teil.

Beim Pfarrfest waren wie in den Jahren zuvor Schützenbrüder aktiv tätig.

Am 6. Juli verstarb Klaus Johann Steinforth, päpstlicher Ehrenkaplan, Oberstudienrat i. R., Diözesanpräses der Bruderschaften. Am 15.12.1929 in Mülheim (R) geboren, wurde er am 27.2.1957 in Köln geweiht. Danach wirkte er drei Jahre in Oberhausen. 1960 wurde er Religionslehrer am Städtischen Mercator-Gymnasium in Duisburg und versah seinen priesterlichen Dienst als Subsidiar in der Pfarrei Heilig Geist in Oberhausen. Neben seinem Dienst als Gymnasiallehrer wurde er 1962 mit der Seelsorge im Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus in Duisburg-Buchholz beauftragt. Im Jahre 1975 übernahm er auch das Amt des Diözesanpräses der Historischen Schützenbruderschaften im Bistum Essen, das er bis zu seinem Tod inne hatte. An seiner Beerdigung nahmen Mitglieder unserer Bruderschaft teil.

Beim Bezirkskönigsschießen konnte unser Schützenkönig Peter Okon die amtierenden Könige des Bezirks Duisburg-Süd schlagen und den Titel des Bezirkskönigs zum zweiten Mal nach Serm holen, nachdem 1971, also vor 23 Jahren, Schützenbruder Willi Schmitz, heute zweiter Schriftführer, den Titel errang. Aber damit nicht genug, die Erfolgsserie unseres Königs Peter Okon hielt an. Vom Vorstand und zahlreichen Kompaniefreunden zum Schießwettbewerb begleitet, errang er am 17.9. beim Bundesschützenfest in Münster den Titel des Diözesankönigs. Die Sermer Bruderschaft ist natürlich stolz auf ihren König, holte er doch zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den begehrten Titel nach Serm. Den nächsten Tag, am Sonntag, den 18. September fuhren viele Mitglieder der Bruderschaft mit ihren Frauen zum Bundesschützenfest nach Münster. Zur Freude unseres neuen Diözesankönigs beteiligte sich eine große Abordnung aus Serm am Festzug. Im Gasthaus „Schnieder Bauland“ in Coesfeld ließen unsere Teilnehmer den schönen Tag ausklingen.

Die jährlich wechselnden Veranstaltungen „Mündelheimer Kerzenmarkt“ und „Sermer Kappesmarkt“ sind zu beliebten, festen Einrichtungen im Duisburger Süden geworden. Vor 15 Jahren von der Freizeitinitiative ins Leben gerufen, präsentiert sich der Mündelheimer Kerzenmarkt alle 2 Jahre in der Adventszeit in der alten Schule in Mündelheim.  Seit 1982 gibt es im Wechsel hierzu den Sermer Kappesmarkt, der sich mittlerweile zu einem regelrechten Volksfest gemausert hat. Vor 4 Jahren hat Heribert Weitz, der Geschäftsführer unserer Bruderschaft, die Organisation von Fritz Hebisch übernommen. In diesem Jahr war es also der dritte Kappesmarkt (11.9.), für den der Ur-Sermer zuständig war.
Das Erntedankfest (25.9.) fand wieder auf dem Hof der Familie Schmitz in Holtum statt.
Zum Bundesjungschützentag (2.10.) in Polch, an welchem unsere Jungschützen zahlreich vertreten waren, wurde unser Diözesankönig von einer großen Abordnung aus Serm begleitet. Am Diözesankönigsempfang (14.10.) im Haus Kornwebel in Rahm nahm unser König mit einigen Kompaniefreunden und Mitgliedern des Generalstabs und des Vorstandes teil. Am 20. Oktober spendete Bischof  Franz Hoenen von den Steyler Missionaren aus St. Augustin das Sakrament der Firmung. Da sich der Bischof in unserer Gemeinde als Gast fühlte, bat er darum, von dem traditionellen großen Empfang – wie Abholung mit der Kutsche, Spalier durch die Bruderschaft, Gespräch mit unseren Vereinen – abzusehen. Hierdurch verlor die Firmung leider etwas von ihrem volkstümlich festlichen Rahmen.

Die zahlreichen Besucher des Oktoberfestes in Kuckum (22.10.) waren wieder von der Stimmung im vollbesetzten Festzelt begeistert.Wie alljährlich bildet das Herbstschießen (30. 10.) den Abschluß des Schützenjahres. Nach gemeinsamen Kirchgang hörten wir im Pfarrzentrum in Anwesenheit von Bezirksbundesmeister Anton Bünk ein sehr interessantes Referat von Rechtsanwalt Michael Bongert, Bochum, zum Thema: Wiederverheiratete Geschiedene in der Kirche. Angesichts einer Scheidungsrate, die sich dramatisch der 50 Prozent Marke nähert und den Worten des Papstes, „dass Geschiedene, die nicht wieder heiraten, keinerlei kirchenrechtliche Konsequenzen zu gegenwärtigen haben, erst eine Wiederheirat führt zu problematischen Fragestellungen“ ein brisantes Thema, das zu lebhaften Diskussionen im Anschluss an das Referat führte. Im danach beginnenden Schießwettbewerb sicherte sich Schießmeister Johannes Blomenkamp von der Reiterkompanie den Titel des Herbstmeisters, während sich bei den Jungschützen das neue Mitglied Andre Albrecht als bester Schütze herausstellte.

Kardinal Joseph Ratzinger, Präfekt der römischen Glaubenskongregation, hielt zum 25. Jahrestag der Bischofsweihe von Ruhrbischof  Hubert Luthe die Predigt beim Festgottesdienst im Essener Dom. Der Papst übermittelte seine Glückwünsche schriftlich und würdigte Luthes seelsorgerischen Fähigkeiten, priesterlichen Gaben und Liebe zu den Menschen. Die Grüße der Landesregierung überbrachte Ministerpräsident Johannes Rau. Die evangelische Kirche im Rheinland war durch Präses Peter Beier vertreten.

Zum Jahresende legte Günter Kleinbölting aus Großenbaum das Amt des Diözesanbrudermeisters der Schützen im Bistum Essen in jüngere Hände. Sein Nachfolger ist Rainer Hendricks aus Buchholz, bisher Diözesanjungschützenmeister.

Im abgelaufenen  Geschäftsjahr heirateten Thomas Löv und Daniel Reimann. Silberne Hochzeit konnten Manfred Henftling, Wilfried Oswald, Willi Winks und Heinz Klasen feiern. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten Jakob Wirz, Johann Bünten und Peter Dornscheidt. Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feierten Theo Becker und Heinrich Busch. 3 Austritten stehen 8 Neuaufnahmen gegenüber und zwar: Karl Heinz Möller; Michael Issel; Rainer Czogalla; Werner Kunz; Bernd Mengeringhausen; Werner Brockherde; Kay Issel und Daniel Reimann. 4 Todesfälle sind zu beklagen. Es verstarben die Mitglieder Friedhelm Reinhold von der Tellkompanie; Ferdinand Schmitz, Wilhelm Issel, gerade erst für seine 65-jährige Zugehörigkeit ausgezeichnet, Michael Höffges langjähriger Kompanieführer der Hubertuskompanie. Die Mitgliederzahl am 31.12.1993 betrug 238 Mitglieder.

Der Sommer machte mit einer anhaltenden Hitzeperiode von sich reden. Der Juli war der heißeste in der Geschichte der Temperaturaufzeichnung, dabei wurde als Spitzenwert 39,9 Grad in Brandenburg gemessen. Bundesumweltminister Töpfer sieht in der Hitzewelle einen ersten Vorboten einer nachhaltigen Umweltveränderung. Hessen löste vorübergehend Ozonalarm aus, da die Ozonwerte drastisch gestiegen waren. Die Amtszeit des am 1. Juli 1984 zum Bundespräsidenten gewählten Richard von Weizsäcker endete am 30. Juni. Als Nachfolger trat am 1. Juli der 60-jährige Roman Herzog (CDU), bisher Präsident des Bundesverfassungsgerichts, das Amt des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland an. Der Krieg auf dem Balkan tobte in unverminderter Härte weiter. Um die größte Not der Kriegsopfer in Bosnien zu lindern, hat die Homberger Kirchengemeinde „Liebfrauen“ in Verbindung mit der Duisburger Caritas eine Paketaktion gestartet. Gleich am ersten Tag konnten 140 Pakete gepackt werden, die unter anderem in die zentralbosnische Stadt Prozar zwischen Mostar und Sarajevo transportiert wurden. Dem Spendenaufruf ist unsere Bruderschaft spontan gefolgt, es kamen 884,- DM zusammen, wovon 10 Pakete gepackt werden konnten. Ein schönes Zeichen der Hilfsbereitschaft und Solidarität mit der notleidenden  Bevölkerung in Bosnien.